Natura 2000 - Eine Chance für Natur und Mensch

 

Um die biologische Vielfalt in Europa zu bewahren, hat die Europäische Union das Programm Natura 2000 entwickelt. Ein Netz von Schutzgebieten soll den Fortbestand reichhaltiger Natur- und Kulturlandschaften sichern.

 

Auch die Naturfreunde Internationale wird sich an der Umsetzung dieses ehrgeizigen Zieles, das weit über klassische Naturschutzbelange hinausgeht, beteiligen. Als Erstinformation wurde ein Infoheft zum

Thema „Natura 2000 – eine Chance für Natur und Mensch“ ausgearbeitet, das kostenfrei bei der NFI bestellt werden kann.

 

 

 

Natura 2000 bei den NaturFreunden Deutschlands

 

„Natura 2000-Trail... dort, wo wir wohnen“

 

Vorhaben: Natura 2000 Wanderungen im Kreis Pinneberg

 

Gebiet:

Von 19 „Natura 2000-Gebieten“ im Kreis Pinneberg wurden neun Gebiete in direkter Umgebung der Kreisstadt ausgewählt.

 



Ziel:

Ziel war es, ausgewählte „Natura 2000-Gebiete“ für den Kreis Pinneberg mit Hilfe einer Wanderbroschüre der NaturFreunde Pinneberg praktisch erlebbar zu machen, um den Bürgern das heimatliche ökologische Netz näher zu bringen. Die durchgängige Verknüpfung der Natura 2000-Trails durch neun gemeldete FFH-Gebiete sollte hierbei in idealisierter Form den angestrebten Biotopenverbund symbolisieren.

Aufgrund der teilweisen Größe der Gebiete sind die Routen so angelegt, dass sie auch in Einzelabschnitten erwandert werden können. Die Natura 2000-Trails queren diverse Moore, Waldgebiete, Geest und Marsch sowie damit verbunden einen Teil des Niederelbe-Habitats.

 

Durchgeführte Maßnahmen:

Projektformulierung, Karten- und Gutachtenbeschaffung, Konzeptskizzen der Wanderwege, Vermaßung und Digitalisierung der Strecken. Einarbeitung der Einzelrouten in Kartenskizzen. Die Wegeführung wird mit den Naturschutzbelangen abgestimmt. Teilweise mehrfaches Auswandern der einzelnen Routen, teilweise Änderungen bei fertig gestellten Wegen. Insgesamt sind zwölf Einzelrouten mit weiteren vier Hauptvarianten entwickelt worden. Die Addition aller Kurse beträgt ca. 224 km (zuzüglich weiterer Detail-Varianten).

Trailabschnitte (mit Einzelrouten):


Trailabschnitt 1: Himmelmoor, Borsteler Wohld, Esinger Wohld,

Pinnau-Niederung (gesamt ca. 55 km).


Trailabschnitt 2: Buttermoor, Holmer Sandberge, Tävsmoor/Haselauer Moor (gesamt ca. 41 km).


Trailabschnitt 3: Pinneberger-/Haseldorfer-/Wedeler Marsch und

Au, Krückau-Gebiet bis Elmshorn, (gesamt ca. 128 km).

Ergebnisse: Wanderrouten (zu Fuß bzw. per Rad) – mit drei Trailabschnitten sowie neun Einzelrouten – und deren Natura-2000-spezi-fischen Merkmale wurden detailliert ausgearbeitet und beschrieben. Schwerpunkt des Konzepts sind Fuß-Wanderungen, aber auch Radwanderungen sind möglich. Die Wanderwege, Gebiets- und Projektbeschreibungen sind in der Broschüre „Wandern im Kreis Pinneberg“ veröffentlicht.

Ansprechpartner:
NaturFreunde Deutschlands e.V.

Ortsgruppe Pinneberg
Rainer Naujox
Schwanenstraße 10
D-25462 Rellingen
Telefon (04101) 34 9 27

E-Mail: naujox@naturfreunde-sh.de

Technische Unterstützung: Fachdienst Umwelt, Untere Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg (Skizzen und Karten)

Projektförderung: Stiftung der Sparkasse Südholstein und „Bingo! Die Umweltlotterie“

 

 

Ein Beispiel

Route 2.2 Tävsmoor / Haselauer Moor, Karte 9.

Einstieg: ÖPNV Bus Nr 63, HaltestelleAppen –Schulstraße (aus Richtung Pinneberg / Uetersen).

  • Gesamter Rundkurs Appen–Tower -Weg „Zum Haselauer Moor“ –Appen: ca. 11,4 km.

km

0,0      Einstieg Appen/ Schulstraße.

1,1      Von der Bushaltestelle „Schulstraße“ die „Hauptstraße“ ca. 300m in Richtung Busstrecke, inks i. d. Tävsmoorweg. Nach 2 leichten Kurven an einem rechts liegenden Weg geradeaus vorbei (Schild: Tävsmoor, usw.). Nach ca. 100m am Verzweiger rechts (Wanderschilder, grüner Pfeil).

 

2,3      Eine Infotafel über das Tävsmoorgebiet kommt in Sicht. Diesem Weg immer geradeaus weiter folgen, nach ca. 450m kommt ein Weg mit zwei Betonspuren. Dort geradeaus weiter, bis ein schmalerer ausgewiesener Wanderpfad rechts abgeht. An der Ecke links ist ein kleiner Teich.

 

3,6      Durch eine Schranke diesen Wanderpfad bis zum Ende, rechts ist vorher ein schöner See. Am Ende des Pfades ist ein Tor (Schild: Achtung Privatstraße). Hier durchgehen und links auf einem Asphaltweg in Richtung Tower (Beobachtung diverser Kleinflugzeuge). Links kommt ein weiterer Pfad, wir sind am rechts liegenden Tower.

 

Alternative: Wer die nun geradeaus verlaufende asphaltierte Strecke nicht gehen bzw. die Wanderungen verkürzen will, der kann links in den Pfad gehen und kommt bei km 7,0 wieder auf die Wanderroute. (Abkürzung: 2,7 km)

 

4,9      Vom Tower die Straße („Bullenweg“) geradeaus ca. 1,2 km weiter bis zu einer Kreuzung(Schlackenweg/ Büttenweg/Haselauer Moor). Dort scharf links i. d. Weg „Zum Haselauer Moor“ einbiegen (wir befinden uns im Haselauer Moor).

 

6,4      Diesen Weg (mit einer Linksbiegung - bei 5,3 km) immer weiter verfolgen, bis die Straße sich verengt und asphaltierter Weg wird.

 

Hinweis: Vor der Linksbiegung erscheint bei 5,3 km rechts der Dowiesenweg. Dies ist der Verbindungsweg zur Route Nr. 2.1, Holmer Sandberge-Buttermoor-Klövensteen.

 

7,0      Wir bleiben auf unserem Weg links, bis eine Wegkreuzung kommt. Links ist ein ausgewiesener schmalerer Wanderpfad (vom Tower kommend, siehe o.a. alternative Abkürzung), rechts biegt unser Hauptpfad ab.

 

8,0      Wir gehen rechts (bzw. die Alternative v. Pfad kommend: geradeaus) an einer Schautafel vorbei (Lebensraum Feuchtwiese). In einer Linkskurve diesen Hauptpfad weiter folgen, bis wir nach ca. 1,1 km ab Schautafel auf einen links liegenden Wanderpfad stoßen, unser Hinweg bei km 2,3.

 

8,5      Hier biegen wir links ein, gehen wieder am See vorbei u. kommen zum bekannten Tor(Schild: Achtung Privatstr.). Dort biegen wir nun rechts ab.

 

9,6      Nun kommt ein weiters Tor. Kurz vorher geht rechts ein markierter Wanderpfad ab. Wir schlängeln uns rechts am Zaun den schmalen Pfad entlang, bis wir zur anderen Seite des Sees kommen (guter Rastplatz). Der Pfad führt durch bei wunderschöne Landschaft am See und Zaun weiter. Links hinterm Zaun ist nun das Gelände der Marseille-Kaserne. Wir folgen dem Pfad immer weiter bis zu einer Schranke. Gleich hinter der Schranke biegen wir rechts ab.

 

10,0    Nach ca. 500m stoßen wir auf den uns vom Hinweg bekannten „Tävsmoorweg“ (s. km 1,1).

 

10,8    Wir biegen hier auf den Asphaltweg rechts ab (nicht links !). Nach ca. 100m biegen wir an der Wegkreuzung links ab i. d. „Moorweg“, links liegt hinter einem kleinen Wall ein Teich, rechts vor uns liegt der „Müllberg“. Wir bleiben auf diesem Weg und erreichen wenig später das Ortsschild „Appen“.

 

11,4    Wir halten uns an der folgenden Wegbiegung links und erreichen nach weiteren ca. 250m die „Hauptstraße“. Dort gehen wir rechts bis zur Bushaltestelle „Schulweg“ (Bus Nr. 63 Pinneberg bzw. Uetersen).

 

Natura 2000-spezifische Merkmale dieses Gebietes

(Auszug aus Gutachten):

 

Landschaftsausprägung:

  • Landschaftsschutzgebiet. Übergangsmoore mit Nieder- u. Hochmoorstadien (einzigartig bei uns). Wasserflächen/ u.- läufe. Grünland (extensive Mähwiesen/ Weideflächen). Weiden- u. Birkenbruchwald mit Torfmoor- Regenerationsstadien. Wechselfeuchte Grünflächen.
  • Flugplatzbetrieb.

Besondere Flora:

  • Über 300 Gefäßpflanzen (ca. 40 Arten a. d. Roten Liste der Farn- u. Blütenpflanzen).
  • Torfmoorsenken, Übergangs- u. Schwingrasenmoore.
  • Röhrichte, Hochstaudenrieder, Glockenheide- Torfmoorbestände, Moosbeere, Rundblättriges Sonnentau, Scheidiges Wollgras, Lungenenzian, Breitblättriges Knabenkraut, Moorlilie, Heide.
  • Orchidenwiese mit acht Orchidenarten.

Besondere Fauna:

  • Ca. 130 Wirbeltierarten, 66 Schmetterlingsarten, 23 Libellenarten (u.a. die Große Moosjungfer).
  • Die Happelbachwiesen (Kornweihe, Wiesenweihe, Weißstorch).
  • 83 Vogelarten (ca. 30 Brutvögel).
  • Amphibien.
  • Schnecken u. Muscheln.

Route 2.2:

  • Wanderung Rundkurs Appen –Tower- Bullenweg- See- Appen:  ca. 11,4 km.
  • Wanderung Rundkurs Appen- Tower- Abkürzung- See- Appen:  8,7 km.

Karte 9

 


 

 

 


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